Auswirkungen der Digitalisierung auf die Bau- und Baumaschinenbranche

March 20, 2018

Ein umfangreiches Telematikprojekt ermöglicht im Fuhrpark der Porr AG die Optimierung der Wartungszeitpunkte durch zeitnahe und korrekte Erfassung der km-Stände und Betriebsstunden von Baufahrzeugen und Baumaschinen.

 

In seiner Funktion als Gastgeber eröffnete MAWEV-Präsident Ing. Mag. Gerhard Egger die Veranstaltung und betonte die  Notwendigkeit, den auch in der Baubranche fortschreitenden Prozess der Digitalisierung durch fachlich fundierte Informationsveranstaltungen zu begleiten. Als erster der drei Vortragenden widmete sich Wolfgang Cech, MA, International

Sales & Business Development Manager, Emakina Central & Eastern Europe, unter dem Titel „Quo vadis digitale Transformation?“ den grundlegenden Begriffen und Entwicklungen. Unter anderem beschrieb er einen Musterweg für Organisationen in diesem Prozess, beginnend mit der massiven Investition in die Weiterbildung der Mitarbeiter über die Schaffung neuer Strukturen und Abläufe bis hin zur Einbindung eines digitalen Experten als Partner.

 

Er erläuterte die Auswirkungen von Megatrends und die daraus resultierenden Veränderungen auf die Bau- und Baumaschinenbranche, etwa in den Bereichen Drohneneinsatz, Virtual Reality oder Internet of Things. Cech: „Für Baumaschinenhersteller und -händler bedeutet die Vollvernetzung unter anderem, dass sie die digitalen Schnittstellen im Griff haben und über direkte Störungsmeldungen auch das Verschleißteil Management weiter optimieren können. Die fortschreitende

Digitalisierung unterstützt sie bei den Bemühungen, Kundenbedürfnisse in Echtzeit zu erkennen.“

 

Informationsveranstaltung im Zeichen der Digitalisierung

(von links): DI Harald Christalon (Bautechnische Applikationen, Digital Unit, Porr AG),

Wolfgang Cech, MA (International Sales & Business Development Manager, Emakina Central & Eastern Europe),

Christian Meschnig (CEO von Rosenberger Telematics)

und MAWEV-Präsident Ing. Mag. Gerhard Egger.

 

Digitalisierung in einem Baukonzern

Im Anschluss beleuchtete DI Harald Christalon, Bautechnische Applikationen, Digital Unit der Porr AG, die vielfältigen

Aspekte der zunehmenden Digitalisierung in den Arbeitsabläufen eines Baukonzerns. Zunächst verliert die klassische Trennung

zwischen dem Techniker und der kaufmännischen Abteilung an Bedeutung, denn die Aufgaben beider Bereiche greifen zunehmend ineinander. Verstärkt wird der Prozess durch die steigenden digitalen Anforderungen der Auftraggeber. Die drei

Ebenen der Digitalisierung in der Porr betreffen bestehende Systeme (laufende Optimierung), die RoadMap 2020 (Aufbau Data Supply Chain, Umsetzung integrierter End-to-End-Prozesse) und IT Projekte (z.B. Speziallösungen für Sparten). Neben

der Standardisierung von Prozessen über den Lebenszyklus eines Bauprojekts zählen auch neue Partnerschafts- und Kooperationsmodelle – etwa im Sinne neuer Abwicklungs- und Organisationsmodelle – zu den konkreten Auswirkungen. Aktuelle Trends in der Digitalisierung der Bauwirtschaft betreffen aber auch die Optimierung des Maschineneinsatzes bzw. der Baustellenlogistik, Intelligente Bauteile & Gebäude, Erhöhung der Arbeitssicherheit und nicht zuletzt das Building Information Modeling. DI Christalon: „Die IT wird zum Business Beschleuniger, wobei auch gänzlich neue Services und Geschäftsmodelle entstehen. Allerdings ist es mit der Digitalisierung des Kerngeschäftes alleine nicht getan, Unternehmen brauchen auch neue Geschäftsmodelle.“

 

Flottenmanagement und Asset Tracking Lösungen in der Praxis

Den Schlusspunkt setzte Christian Meschnig, CEO von Rosenberger Telematics, mit einem Bericht über die Umsetzung eines beeindruckenden Telematik-Projekts in Kooperation mit Porr Equipment Services. Der Hintergrund war die

Optimierung der Wartungszeitpunkte und Reduzierung ungeplanter Standzeiten durch zeitnahe und korrekte Erfassung von km-Ständen und Betriebsstunden von Baufahrzeugen und Baumaschinen. Dazu wurden mehrere tausende Baumaschinen mit Telematiksystemen vernetzt.

 

„Eine besondere Herausforderung in diesem Großprojekt war die zuverlässige Darstellung der Betriebsstunden und Kilometerstände von sämtlichen Fahrzeugen, Maschinen und Geräten, unabhängig von Bauart, Hersteller oder Baujahr. Noch nie haben wir einen so komplexen und vielfältigen Fahrzeug- und Maschinenpark vernetzt. Dazu kamen höchste Anforderungen an Datenschutz der Mitarbeiter, Reduktion der Einbaufehler sowie Robustheit der Lösung. Das Zeitfenster für Wartungsarbeiten beschränkte sich durch die Saisonarbeit am Bau auf wenige Wochen“, kommentiert Christian Meschnig. Dem Roll-out ging die Schulung der Porr-eigenen Montagemitarbeiter in einem Train-the- Trainer Konzept voraus. Unterstützt wurde der komplexe Umsetzungsprozess durch den „Service Manager“, eine intelligente Einbaudokumentation.

 

Der Service Manager setzte sich aus der Service App und dem Service Modul im Portal zusammen. Diese innovative mobile Applikation führt den Monteur durch die einzelnen Schritte des Einbaus, Ausbaus oder Service von Rosenberger  Telematiksystemen. Alle über die Service App dokumentierten Ein-/Ausbautätigkeiten werden automatisch zum Service

Modul übertragen. Ein wesentlicher Bestandteil einer Gesamtlösung in der Telematik ist die eingesetzte Hardware. Diese muss den individuellen Anforderungen des jeweiligen

Einsatzes bestmöglich entsprechen. Besonders im harten Umfeld am Bau, muss die Hardware Vibrationen, Temperaturschwankungen, Feuchtigkeit und mechanischen Belastungen Stand halten. Darüber hinaus wird eine lange Verfügbarkeit der Systeme, zum Beispiel als Diebstahlschutz, bei ausgeschaltetem Hauptschalter erwartet.

 

„Die Rosenberger Telematics GmbH ist Spezialist für branchenspezifische Telematiklösungen für den professionellen Einsatz. Unsere Kompetenz reicht von der Entwicklung und Produktion der Hardware über Firmware- und User-Software bis hin zu Einbau und Inbetriebnahme sowie Beratungsdienstleistungen. Wir begleiten unsere Kunden von der ersten Idee über die Auswahl der richtigen Hard- und Softwarekomponenten bis hin zur Integration in bestehende IT-Systeme. Wir sind einer der wenigen Anbieter am Markt, der dem Kunden alles aus einer Hand bieten kann – von der Projektberatung über die Hardwareentwicklung und -fertigung bis hin zur Software, Systemintegration und Montage“, betonte Geschäftsführer Christian Meschnig.

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